Das Schulwesen in Brandenberg

Direktor Josef Haaser
Klassenfoto
Fresko an der Schulfassade
Langzeitdirektor Erich Schwarz
Schüler der VS Brandenberg Schuljahr 1987/88

Im Theresianischen Kataster von 1775 wird ein Georg Burgstaller als Besitzer des heutigen Ascherwirt samt Nebengebäuden und als Besitzer des Guggenhauses (Geiger) samt Nebengebäuden erwähnt, wozu früher eine Schulstube gehörte, welche laut waldmeisteramtlicher Urkunde vom 12. April 1759 abgebrochen wurde.
Aus dieser Urkunde kann ersehen werden, dass schon während den Anfängen des österreichischen Pflichtschulwesens in unserer Gemeinde die Schulbildung aufgenommen wurde.

In einer Berichts-Tabelle aus dem Jahre 1781 wird über die Schulen im Tal Brandenberg (Thall Prantenberg) berichtet:
Von der Landstraß bei 3 Stund weit entfernt hinter dem Gebirge liegend. Da ist vorher und an einem Ort im Winter Schule gehalten worden; nunmehr besteht aber eine Schule bei der Kirch, eine Nebenschule zu Aschau und noch eine Nebenschule zu Lechen für die kleineren Kinder.
Die Schulstuben wurden auf Kosten der Gemeinde vorschriftsmäßig hergestellt und waren nur primitiv eingerichtet. Unterrichtet wurden die Kinder in Lesen, Schreiben und Religion und dies nur während der Wintermonate von Allerheiligen bis zum Beginn der Frühjahrsarbeit. – „Winterschule“.

Der Schulbesuch war vollkommen freiwillig. Als Hauptwerkzeuge diente eine einfache Schiefertafel mit Griffel.
Balthasar Haaser hält im Winter Schule bei der Kirch, im Sommer ernährt er sich von der Holzarbeit. Er ist in der Musterschule zu Rattenberg vorschriftsmäßig abgerichtet worden.
Simon Ascher versieht im Winter die Nebenschule zu Lechen und lebt im Sommer mit Beihilf seiner eigenen Mittel. Er ist gleichmäßig vom Schullehrer bei der Kirch nach Notdurft in der neuen Lehrart unterrichtet worden.
Peter Paul Silberberger hielt in der Kirchschule einmal wöchentlich Religionsunterricht und in der Nebenschule zu Lechen während des ganzen Winters nur einmal.


Von den schulaltrigen Kindern der Kirchschule besuchten von 33 Knaben und 17 Mädchen 25 Knaben und 6 Mädchen die Schule.
Die Nebenschule in Lechen besuchten von 23 Knaben und 20 Mädchen 13 Knaben und 19 Mädchen.
Im Jahre 1835 wurde eine weitere Schulstube in Bichl (Hacha) eingerichtet, so dass einige Jahrzehnte im Gemeindegebiet Brandenberg 4 Schulen erhalten werden mussten.
Die Nebenschule zu Lechen wurde 1891/92 aufgelassen.


Die sogenannte Schule bei der Kirch ist im Althaus beim Wirt gehalten worden.
Zum Bau des ersten Schulhauses in Brandenberg kam es in den Jahren 1873 – 1881. Das Klassenzimmer befand sich ebenerdig und im Obergeschoß lag die Dienstwohnung für den Lehrer.
Bis 1919 wurde die Kirchschule einklassig geführt.


Die ständig steigende Schülerzahl machte einen Anbau an das bestehende Schulhaus im Jahre 1920 notwendig. Es wurde eine zweite Klasse eingerichtet.
1959/60 erhielt die Schule eine dritte Klasse und 1967 wurde eine vierte Klasse eingerichtet.


Ab 1920 sind in den Räumen des Schulhauses neben den Schulklassen und der Lehrerwohnung abwechselnd das Gemeindeamt, die Raiffeisenkasse, die Postabgabestelle und dieser folgend das Postamt und ein Probelokal für die Musikkapelle eingerichtet.


Die Auflösung der Volksschule Hacha (1973) und die Einweisung der Schüler von Innerort in die VS Brandenberg (1974) führten von 1968 – 1970 zum Neubau des heutigen Schulhauses. Das Schulhaus wurde nach Planung des Dipl.-Arch. Ing. Josef Gschösser aus Brixlegg errichtet. Der Schulbetrieb konnte im Schuljahr 1970/71 aufgenommen werden.Die Einweihung fand am 13. 09. 1970 statt .

Die sechsklassige Volksschule verfügt nun neben den Klassen über einen Werkraum, ein Lehrmittelkabinett, eine Direktion und ein Lehrerzimmer. Der Gymnastikraum mit Brause- und Umkleidekabinen wurde 1973 ausgebaut, die Schulküche wurde 1980/81 eingerichtet.
Im Kellergeschoß erhielt die Musikkapelle ein Probelokal.
Ebenfalls im Kellergeschoß ist seit dem Jahre 1983 der Kindergarten untergebracht.
Die Beton bzw. Dalliverglasung wurde von der Glasfachschule in Kramsach entworfen und ausgeführt.
Das Fresko an der Außenwand wurde 1972/73 vom akad. Maler Norbert Strolz aus Landeck und jenes in der Halle im Erdgeschoß 1974 von Konrad Rupprechter aus Brandenberg geschaffen.


Durch die Auflösung der Oberstufe 1988 wurde ein Klassenraum frei, der als Probelokal für den Kirchenchor und den Männerchor eingerichtet wurde.
In den Sommerferien 2000 wurde das Schulhaus generalsaniert: das Dach, die Heizung, die Fenster, die Rollos und die Außenisolierung wurden erneuert. Das Fresko an der Außenwand ist nun leider nicht mehr zu sehen.

Im Schuljahr 2002/2003 wurden das Direktionszimmer und das Lehrerzimmer EDV-gerecht ausgestattet. Im September 2003 wurde in den vier Schulklassen jeweils ein Computer installiert.Schüler und Lehrer arbeiten nun in einem modern ausgestatteten Schulhaus.